Aktienanlage

Warum in Aktien Investieren?

Um zu verstehen, warum ich es für unentbehrlich halte, dass jeder einen Anteil seines Vermögens in Aktien investiert, müssen wir einen Schritt zurücktreten und verstehen, warum Menschen überhaupt Geld investieren.

Dies wird durchgeführt, damit man genug Geld einsparen kann, um teure Wertgegenstände (z. B. ein Auto, ein Haus) zu kaufen oder sich bestimmte teure Dienstleistungen (z. B. Urlaub) zu leisten. Man kann aber auch Geld investieren, damit die Erträge aus dem investierten Geld eines Tages seine monatlichen Lebenshaltungskosten decken können (Finanzielle Freiheit erreichen).

Diese Unterscheidung ist äußerst wichtig, um zwei verschiedene Arten von finanziellen Zielen zu bestimmen, die wir im Leben haben: diejenigen mit einer vorgesehenen (geplanten) Frist und solche, für die man keine Frist planen kann (es ist egal wann du sie erreichst).

Aktienanlagen sind nicht geeignet zur Erreichung von finanziellen Zielen mit geplanter Frist

Für finanzielle Ziele mit geplanter Frist, ist es erforderlich, dass das verwendete Anlageinstrument eine gewisse Erwartbarkeit hat.

Das heißt, die Bedingungen, wie viel das investierte Geld im Laufe der Zeit rentieren soll, müssen im Voraus bekannt sein, damit du planen kannst, wann dieses finanzielle Ziel erreicht werden kann.

Deswegen ist es für solche finanziellen Ziele (sagen wir mal, für einen Zeitraum von weniger als 15 Jahren) nicht ratsam, das dafür notwendige Geld in Aktien anzulegen. In diesen Fällen sollten lieber festverzinsliche Anlagen eingesetzt werden (beispielsweise Sparbücher oder Anleihen).

Aktien sind im Hinblick auf die Rentabilität nicht vorhersehbar. Ich habe übrigens in diesem anderen Beitrag erklärt, warum diese Variable bei dieser Art von Investition nicht verwendet werden kann.

Man kann einfach nicht einen X Geldbetrag heute in Aktien investieren, in der Hoffnung, einen Y Geldbetrag innerhalb 5 oder 10 Jahren zu haben. Dies funktioniert nicht so, weil Aktien variable Rendite aufweisen.

Die Preisentwicklung von Aktien kann über einen längeren Zeitraum negativ sein oder sehr geringe Rentabilität liefern. Bestimmte Aktienanlagen können zwar kurzfristig sehr schnell massiv an Preis gewinnen, aber in der Regel wird man die hohe Rentabilität nur auf lange Sicht beobachten.

Dies ist darauf zurückzuführen, dass die Aktienkurse den Konjunkturzyklen folgen. Nur auf lange Sicht werden auch die Effekte der schweren finanziellen Krisen (die du und kein anderer Mensch genau vorhersehen können) beseitigt.

Vermögensaufbau ohne geplante Frist ⇒ in Aktien investieren

Für deine finanziellen Ziele, die keine Frist haben, (oder wenn du kein finanzielles kurzfristiges Ziel hast), ist es unerlässlich, dass du einen Teil deines Eigenkapitals in Aktien investierst.

Aber warum das?

Die beste Antwort als Beweis dieser Schlussfolgerung stammt aus einem Bild (siehe unten) aus Jeremy Siegels Buch – Aktien für die Ewigkeit (Affiliate Link), das ich den Lesern dieses Blogs dringend empfehle. Selbst der Autor schreibt in dieser Arbeit, dass dies die wichtigste Figur des Buches ist:

Rendite verschiedener Anlageklassen durch 210 Jahre - Warum in Aktien Investieren

Gesamtrendite der Investition von 1 US Dollar in verschiedene Anlageklassen vom Jahr 1802 bis 2012. Bildquelle: Buch „Aktien für die Ewigkeit” von Jeremy Siegel

Die Abbildung zeigt den Vergleich der Rendite von 1 US-Dollar investiert in verschiedene Anlageklassen, von 1802 bis 2012 (210 Jahre), wobei der Inflationseffekt (der Grund, warum die Dollar-Wert-Kurve auch dargestellt wird) bereits abgezogen wurde. Es beinhaltet auch die Reinvestition von Erträgen, falls zutreffend (Dividenden bei Aktien und Kupons bei Anleihen).

Der in Aktien investierte US-Dollar hat die höchste Rentabilität aufgewiesen, und zwar mit sehr hohem Abstand zu festverzinslichen Anlageklassen (US-Staatsanleihen) und Gold. Letztendlich ist ein Endbetrag von ca. 704 Tausend US Dollar nicht mit ca. 1,7 Tausend US Dollar zu vergleichen!

Es ist wichtig anzumerken, dass die annualisierte Aktienrendite von 6,6% im gesamten untersuchten Zeitraum nicht viel höher ist als die der US-Staatsanleihen (Bonds) von 3,6%.

Man kann also sagen, dass der Zinseszinseffekt durch die Zeit am meisten für das „explosive“ Verhalten des Wachstums der Aktienrendite beiträgt. Je länger die Anlagedauer ist, desto größer ist der Unterschied zwischen den angesammelten Geldsummen.

Dies zeigt, dass Aktien die beste Anlageklasse sind, solange du sie langfristig hältst bzw. keine Frist für deine Investition hast.

Analyse der Entwicklung von Aktienanlagen in einem „realistischen“ Zeitraum

Du fragst dich jetzt: Aber wie sieht es bei Aktien während großen und langen Krisen aus? Was passiert, wenn ich durch etwa 20 bis 30 Jahre mit einem „außergewöhnlich schlechten” Market Timing investiere?

So eine Analyse wurde bereits durchgeführt und wird im Burt Malkiels Buch – A Random Walk Down Wall Street (Affiliate Link) vorgestellt.

Die Antwort ist in der nachstehenden Abbildung dargestellt, in der die maximale und minimale (annualisierte) Rendite durch verschiedene Haltedauer eines Aktienportfolios, das der S&P 500-Index nachbildet, analysiert wird.

Renditespannen S&P 500 Index bei unterschiedlichen Haltedauern - Warum in Aktien Investieren

Annualisierte Renditespannen des S&P 500-Index bei unterschiedlichen Haltedauern (analysierter Zeitraum: 1950 bis 2005). Bildquelle: Buch „A Random Walk Down Wall Street” von Burt Malkiel

Das Bild bestätigt einfach das, was bereits in anderen Blogbeiträgen erwähnt und auf andere Weise gezeigt wurde:

Je länger die Haltedauer, desto höher ist die Vorhersehbarkeit einer zufriedenstellenden Kapitalrendite durch Aktienanlagen.

Welche Aktien soll man für die Investition auswählen? Sind die Ergebnisse des S&P 500-Index für andere Börsen gültig?

Die nächste (gerechte) Frage ist: Wird sich der Kurs des S&P 500-Index für den deutschen (oder europäischen) Markt eignen? Oder, selbst wenn man durch einen ETF in den S&P 500-Index investiert, woher weiß er, ob die Renditen in Zukunft ungefähr gleich sein werden wie in der Vergangenheit?

Der beste Weg, dies zu beantworten, ist: Aktienkurse folgen den Gewinnen der Unternehmen. Dies ist eine unwiderlegbare (und logische) Tatsache nicht nur für den amerikanischen Aktienmarkt sondern alle andere.

Du sollst also in Unternehmen investieren, von denen du glaubst, dass sie langfristig für Ihre Aktionäre Gewinne erzielen werden (und dies unabhängig vom Land des Unternehmenssitzes).

Aber zu sagen, welche der besten sind (oder welche die höchsten Rentabilitäten in den nächsten 20 oder 30 Jahren erzielen werden), ist niemandem möglich (vielleicht helfen unsere Diskussionsgruppen der einzelnen Aktien dabei?).

Die Tatsache, dass ein Aktienindex ein sehr heterogenes Konglomerat von Unternehmen ist, ist genau ein Grund, warum ich nicht empfehle, in Aktien über ETFs zu investieren, die Indizes (wie den S&P 500) folgen.

Alle Indizes verfügen über gute Unternehmen aber auch jede Menge, die schlecht sind und keine beständigen Gewinne aufweisen. Das heißt, dein Vermögensaufbau wird durch die schlechten Unternehmen der Indizes “verringert” bzw. verlangsamt.

Dein Vermögen wird nur durch die Unternehmen wachsen, die weiterhin profitabel bleiben. Es besteht also kein Grund, Aktien von Unternehmen zu kaufen, die nur Verluste erleiden. Du musst also im Hinterkopf behalten, dass Aktieninvestitionen durch ETFs deinen Vermögensaufbau begrenzen.

Ist es nicht zu riskant, in Aktien zu investieren?

Mit Aktien ist natürlich ein Risiko verbunden. Wenn du Aktien kaufst, wirst du schließlich zu einem der Eigentümer des Unternehmens, oder zumindest so solltest du dir vorstellen.

Das Risiko, das du eingehst, besteht darin, dass sich das Geschäft nach dem Aktienkauf verschlechtert oder sogar Bankrott geht. Du kannst jedoch solches Risiko bei dieser Art von Investitionen reduzieren, indem du dein Portfolio durch den Erwerb von Beteiligungen an mehreren Unternehmen diversifizierst.

Es ist auch wichtig zu wissen, dass festverzinsliche Anlagen nicht frei von Risiken sind. Obwohl das Wachstum des Kapitals „vorhersehbarer“ ist, kann der Schuldner, der die Anleihen emittiert, auch Konkurs anmelden.

Obwohl es Ratingagenturen gibt, die festverzinslichen Instrumente nach Risikostufen klassifizieren, kann eine plötzliche Änderung des Konjunkturzyklus das Risiko-Rendite-Verhältnis von als “solid” eingestuften Anlagen (z. B. Staatsanleihen einiger europäischer Länder) gefährden.

Wenn man dies unter Berücksichtigung nimmt, wird man schließlich einfach feststellen, dass die Investition in gute Unternehmen durch Aktien auf lange Sicht nicht nur die höchste Rentabilität erzielt, sondern auch die “weniger riskante” Option für den Vermögensaufbau ist.

Fazit

  • Du sollst einen Teil deines Eigenkapitals in Aktien investieren, da diese im Vergleich zu festverzinslichen Wertpapieren ein höheres Renditepotenzial bieten
  • Die kurzfristige Rentabilität auf Aktien ist nicht vorhersehbar. Daher solltest du nur den Anteil deines Vermögens in Aktien investieren, den du für die nächsten 20 oder 30 Jahre nicht verwenden wirst
  • Du sollst deine Aktienanlagen möglichst viel diversifizieren, damit das Risiko minimiert wird
  • Mit festverzinslichen Instrumenten sind auch Risiken verbunden. Diese Risiken können die der Aktienanlagen (auf lange Sicht analysiert) sogar überwiegen.

Falls du Weiteres diskutieren und lernen möchtest…

Erstelle dein Login (kostenlos) und trete unserer Buy-&-Hold-Community bei!

Dein Login Erstellen (Kostenlos)

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.